D.I.Y.-Kultur
Was „Do it yourself“ für ein ehrenamtliches Kollektiv in der Praxis bedeutete, plus einige Hinweise für alle, die ein Konzert organisieren oder eine Platte pressen wollen.
Prinzipien
- Kein Profit: Eintritt deckt Bands, Fahrtkosten und Miete, niemand lebt davon.
- Keine Hierarchie: Konsensentscheidungen, geteilte Aufgaben, Neue sind willkommen.
- Respekt: kein Platz für Rassismus, Sexismus oder Homophobie bei Konzerten.
- Gegenseitigkeit: Tourbands Schlafplätze geben, Platten tauschen, andere kleine Labels unterstützen.
Ein Konzert organisieren
- Einen vertrauenswürdigen Raum finden: Jugendhaus, besetztes Haus, Proberaum oder Café.
- Den Deal früh klären: Gage, Essen, Schlafplatz, Türaufteilung.
- Flyer machen und dort verteilen, wo sich die Szene trifft; den Rest erledigt Mundpropaganda.
- Technik, Tür, Küche und Aufräumen vor dem Einlass klären.
- Geld offen abrechnen und die Bands am selben Abend bezahlen.
Eine Platte machen
- Format, Auflage und Co-Release-Partner abstimmen; Co-Releases teilen Kosten und Vertrieb.
- In Auflagen pressen, die sich verkaufen lassen; der Katalog 2007–2008 lag zwischen 500 und 2.000 Exemplaren.
- Exemplare mit anderen Labels tauschen, um den Vertrieb ohne Zwischenhändler zu erweitern.
Nicht-kommerziell bleiben
- Preise nah an den Kosten halten.
- Offen veröffentlichen, was veröffentlicht wird, inklusive Versandkosten.
- Überschüsse ins nächste Konzert oder die nächste Platte stecken.
Diese Hinweise sind allgemeine Orientierung für dieses Archiv, keine Wiedergabe des Originaltexts des Kollektivs.